G8 und G9

Pädagogisches Konzept für das neue G9-Modell am Nellenburg-Gymnasium Stockach

Das Konzept des neuen G9-Modells des Nellenburg-Gymnasiums sieht grundsätzlich eine Umverteilung der Stunden von Klasse 5 bis 10 auf die Klassen 5 bis 11 im Rahmen des bestehenden Bildungsplanes von G8 vor. Unser neues G9-Modell soll das gymnasiale Niveau nicht nur gewährleisten, sondern verbessern.

Beschreibung des Modells (siehe auch Stundentafel)

  • Es werden dieselben Bildungsstandards wie in G8 zugrunde gelegt, aber es wird den Schülern dafür ein Jahr mehr Zeit gegeben. Die Lehrbücher können weiterhin verwendet, Curricula sind angepasst worden.
  • Für eine sinnvolle Lerngruppengröße werden einige Lerngruppen aus G8 und G9 gekoppelt, z.B. in der 2. Fremdsprache die 6. Klasse von G8 mit der 7. Klasse von G9 und so fortführend bis zur Kursstufe; ähnlich wird für die Profilfächer (NWT, die 3. Fremdsprache, Musik) und die Religionsgruppen verfahren. (Dies hat sich bisher allerdings noch nicht ergeben, da wir seit Beginn des Modells - bedingt durch das Anmeldeverhalten der Eltern - reine G9-Klassen haben.)
  • Die Fächer Geschichte, die 2. Fremdsprache, Physik, das Profilfach, Chemie und Gemeinschaftskunde werden komplett um ein Jahr nach hinten verschoben.
  • Bestimmte Fächer erhalten zusätzliche Stunden: Religion 1 Stunde, Deutsch 2 Stunden, Mathematik 2 Stunden, Englisch 2 Stunden, Musik 1 Stunde.
  • Zwei für alle Schüler verbindliche Poolstunden (Pädagogische Stunden = Klassenlehrerstunden in der Unterstufe) sowie die fünf Poolstunden, die zur Gruppenteilung bzw. besonderen Förderung von Schülern/innen vorgesehen sind, sollten auch in den G9-Zügen zur Verfügung stehen.
  • Seit 2014/2015 wird eine der Eingangsklassen als bilinguale Englischklasse geführt. Weiteres dazu finden Sie in folgendem Konzept.
  • Unser G9-Modell gewährleistet beim Ortswechsel eines Schülers vollständige Kompatibilität mit einem G8-Standort: Hier kann der Schüler in die nächst niedere Klassenstufe wechseln, ohne ein Jahr zu verlieren.
  • Insgesamt benötigt unser Modell 8 zusätzliche Deputatsstunden pro Zug im Vergleich zum derzeitigen G8.
  • Unser Modell sieht vor, dass die Eltern bei der Anmeldung die freie Wahl zwischen G8 oder G9 haben. Insofern würde sich durch das Anmeldeverhalten ergeben, wie viele G8- bzw. G9-Züge zustande kämen.

Für dieses Modell und gegen das Einschieben einer zusätzlichen Klasse sprechen mehrere Argumente:

  • Es erscheint sinnvoller, die Lernziele und -inhalte von Klasse 5 bis 10 auf die Klassen 5 bis 11 umzuverteilen, als eine zusätzliche Klasse, etwa 7+, vor der Profilierung in Klasse 8 einzuführen, da ein sinnvolles Füllen mit Inhalten dieses einen Schuljahres fächerspezifisch problematisch erscheint und die G9-Schüler nur punktuell und nicht kontinuierlich entlastet würden. Insbesondere in der Mittelstufe sollte die Entlastung greifen.

  • Hauptkritikpunkt am G8 und dessen praktischer Umsetzung ist der ineffiziente Nachmittagsunterricht, der das Stellen von Hausaufgaben in vielen Fächern unmöglich macht und den Kindern kaum mehr Möglichkeiten gibt, sich in Vereinen oder auch in AGs an der Schule zu engagieren oder einem Hobby im Sinne der ganzheitlichen Entwicklung eines Menschen nachzugehen. Hinzu kommt, dass Kindern auch ein gewisses Maß an unverplanter Zeit zur Verfügung stehen sollte. Deshalb ist unser vorderstes Ziel, den Unterricht - vor allem in den Klassen 5 bis 7 - auf die Vormittage zu konzentrieren, zur Verbesserung der Hausaufgabenkultur und verstärkten Anleitung zum selbstständigen Arbeiten mit Muße zuhause.
  • Insbesondere unser ausgeprägter AG-Bereich (Teilnahme von insgesamt über 200 Schülern!) wird gestärkt; denn im G8 wurde es immer schwieriger, passende Zeitfenster anzubieten. Unsere AGs erfüllen unsere Leitbildgedanken "Bildung fürs Leben", "Fantasie und Mut" sowie "Bewegung und Innehalten". Hier machen unsere Schüler/innen außerhalb des regulären Unterrichts wertvolle Erfahrungen, lernen ihre Fähigkeiten und Talente kennen und haben Erfolgserlebnisse, die ihnen im Fachunterricht evtl. versagt bleiben. Hinzu kommt, dass Kindern auch ein gewisses Maß an unverplanter Zeit zur Verfügung stehen sollte. (Eine Umfrage aus dem Jahre 2005 bei den Eltern unserer Schule ergab außerdem, dass sich die Mehrheit der Eltern keinen Unterricht am Nachmittag für ihre Kinder in der Unterstufe wünscht.)
  • Die um ein Jahr verlängerte Schulzeit trägt dem signifikanten Reifesprung der Schüler/innen von Jahrgangsstufe 12 nach Jahrgangsstufe 13 Rechnung; hier können viele Inhalte auf einem höheren Niveau bewältigt werden.