Die Ausbildungsschule

Referendariat


Das Nellenburg-Gymnasium Stockach sieht sich als innovative Ausbildungsschule und möchte die Referendarinnen und Referendare, die ihren Einstieg in den Lehrerberuf an unserer Schule vollziehen, vor allem in ihrem ersten Ausbildungsabschnitt tatkräftig unterstützen.

 

Das verkürzte Referendariat erweist sich nach wie vor als große Herausforderung für die Lehramtsanwärter. Deshalb bekommen unsere Referendare neben dem für sie zuständigen Mentor und einer Vielzahl an hilfsbereiten und aufgeschlossenen Fachkollegen auch eine Ausbildungslehrerin an die Seite gestellt.

Dieses bislang einzigartige Konzept unserer Schule sieht u.a. regelmäßige Ausbildungssitzungen zu selbstgewählten Themen in Ergänzung zum Curriculum der Ausbildung am Seminar und ein gezieltes Coaching für die Lehrerolle vor. Durch eine individuelle, persönliche Betreuung und fächerunabhängige pädagogische Begleitung soll der Einstieg in den Berufsalltag erleichtert und optimiert werden – im Sinne einer tatsächlich guten Referendarsausbildung!

Miriam Sauter, Ausbildungslehrerin

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Themen der Ausbildungssitzungen
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Den folgenden Text erhalten die uns zugewiesenen Referendare zu Beginn ihrer Ausbildung:

Hinweise zum Auftreten von Lehrkräften

  • Prüfen Sie, ob Ihr inneres Gefühl Ihnen sagt, dass Sie "da sind" und dass Sie wahrgenommen werden wollen. Vom "Zu sich stehen" und "Auftreten" gehen Signale aus, die von Schülerinnen und Schülern wahrgenommen werden. Zeigen Sie durch Ihre körperliche Haltung und die Art, wie Sie gehen und stehen, dass Sie wirklich präsent sind.
  • Prüfen Sie, ob Sie das Gefühl haben, Sie seien eine vom Zeitdruck, von der Arbeitsmenge oder den Schülern gehetzte Person. Schülerinnen und Schüler erkennen, ob sich Lehrkräfte "gejagt" fühlen und sich jagen lassen: am zu schnellen Schritt, an der geduckten Körperhaltung ("Hoffentlich sieht mich keiner") oder daran, dass sie sich vorzugsweise hinter dem Tisch stehend vor der Klasse schützen.
  • Prüfen Sie, ob Sie Freude am Leben haben und diese auch während der Arbeit zeigen "dürfen". In vielen Kollegien gilt das unausgesprochene Gesetz, man erkenne diejenigen, die fleißig sind, daran, dass sie miese Laune haben. Wer fröhlich ist, ist unseriös oder "hat wohl nicht genug zu tun". Für Ihre Ausstrahlung und Ihren Kontakt mit den Schülern ist es optimal, wenn Sie Lebensfreude und Freundlichkeit zeigen können.
  • Geben Sie dem Betreten des Klassenzimmers eine eigene Bedeutung. Die ersten Momente der Stunde sind wichtig. "Verhuschen" Sie den Stundenbeginn nicht. Treten Sie ruhig und nicht zu hastig ein, legen Sie Ihre Materialien am Tisch ab, stehen Sie frei und lassen Sie Ihren Blick einige Sekunden durch die Klasse wandern, bevor Sie die Klasse mit deutlicher Stimme begrüßen.
  • Ruinieren Sie den Stundenbeginn nicht mit Formalien ("Wer fehlt?!"), sondern nehmen Sie nach der Begrüßung zunächst stimmungsmäßigen Kontakt mit der Klasse auf (innerer Monolog: "Wie fühlen die sich wohl gerade?") und sagen Sie etwas, das Ihnen erst einmal die Aufmerksamkeit sichert. ...
  • Bleiben Sie während des Unterrichts der Klasse zugewandt. Verschwinden Sie nicht hinter Ihrem Pult. Wenden Sie sich beim Anschreiben an die Tafel nicht voll von der Klasse ab. Nähern Sie sich, während Sie sprechen, stets von neuem den jeweiligen "Unruhezonen". Die Art, sich zu bewegen, hat eine starke Wirkung auf die Schüler. Wechseln Sie während des Unterrichts immer wieder einmal den Standort, aber in der Art eines großen Tieres (gemächlich, souverän), vermeiden Sie unruhige Bewegungen.
  • Seien Sie zu Ihren Schülern freundlich, aber biedern Sie sich ihnen nicht an. Freundlichkeit wirkt nur, wenn sie ohne Absicht daherkommt und ein Teil Ihres guten Lebensgefühls ist. Daraus ergibt sich eine sehr positive Ausstrahlung auf die Schüler. Wenn Sie jedoch nur deswegen "einen auf freundlich machen", weil Sie sich das Wohlwollen der Kinder sichern wollen, dann lassen Sie es lieber und bleiben besser ernst, denn sonst zeigen Sie den Schülern - die merken das intuitiv - , dass Sie Angst vor ihnen haben und man sie jagen kann.
  • Loben Sie! Aber: Benennen Sie auch - mit klarer Stimme - Lernmängel und Leistungsdefizite ("Das war aber alles andere als gut!" - "Also, da hätte ich von dir ein bisschen mehr erwartet!"). Vermeiden Sie Bloßstellungen oder Demütigungen. Machen Sie ein Kind nie lächerlich, auch nicht mit kleinen spitzen Bemerkungen! Geben Sie präzise Hinweise, was verbesserungsbedürftig ist und was Sie das nächste Mal erwarten, das reicht!
  • Lassen Sie leistungsschwache Schülerinnen und Schüler immer wieder spüren, welche (positive) Vision Sie von dem betreffenden Kind oder Jugendlichen haben ("Ich bin sicher, das kannst du schaffen, du hast das Zeug dazu! " - "Wenn du dich da oder dort etwas mehr reinhängst, wäre das ein Weg, um später mal dies oder das zu werden.")
  • Sprechen Sie mit Ihren Schülern regelmäßig über die Art des gegenseitigen Umgangs, über den Sinn von Regeln und Wertmaßstäben. Kindern macht es Spaß, sich in Situationen einzufühlen und sich darüber auszutauschen. Greifen Sie dazu Vorfälle von außerhalb der Schule auf (eventuell mit Hilfe von Bildmaterial) und fragen Sie: "Wie hat der (oder die) sich wohl in dieser Situation gefühlt?" - "Was denkt ihr, warum die oder der dieses oder jenes gemacht hat?" - "Was glaubt ihr, wie das für die oder den Betroffene(n) wohl war?"
  • Machen Sie aus Ihren persönlichen pädagogischen Überzeugungen keine Weltanschauung, die Ihre Kollegen in feindliche Lager spaltet. Es gibt mehrere Arten, eine gute Lehrerin/ein guter Lehrer zu sein. Es gibt mehrere Arten, einen guten Unterricht zu machen. Schützen Sie daher jeden Kollegen und jede Kollegin, die von außen angegriffen werden. Nehmen Sie Kritik von außen dankend, aber neutral zur Kenntnis. Besprechen Sie berechtigte Kritik nur intern.

© Joachim Bauer: Lob der Schule. (Hoffmann und Campe) Hamburg, 2007. S.80-84


Praktikum am Nellenburg-Gymnasium Stockach


Liebe Studierende des Lehramts für Gymnasien!

 

Das Nellenburg-Gymnasium in Stockach bietet Ihnen sowohl die Möglichkeit eines 2-wöchigen Orientierungspraktikums zu Beginn Ihres Studiums als auch die Durchführung des 13-wöchigen Praxissemesters in Blockform nach der alten und neuen GPO zur praxisnahen Berufsorientierung.

 

Bei uns treffen Sie auf ein engagiertes, aufgeschlossenes Kollegium, eine angenehm-freundlich Arbeitsatmosphäre und eine lange Tradition als hervorragende Ausbildungsschule! Wir begleiten und unterstützen Sie gerne in diesem besonderen Abschnitt Ihrer Ausbildung zum Lehrenden!

 

Begleitend zum Praxissemester bieten wir wöchentliche Ausbildungssitzungen, deren mögliche Inhalte Sie ebenfalls unserer Homepage entnehmen können.

 

Zudem erhalten Sie in diesen dreizehn Wochen vielfältige Einblicke in alle Facetten des Schullebens, von der Stundenplangestaltung über die Arbeit als Beratungslehrer bis hin zum Personalrat, um nur einige Aspekte zu erwähnen.

Scheuen Sie deshalb keinesfalls den vermeintlich langen Anfahrtsweg von Konstanz, denn zum einen fährt der Seehas auch Stockach an und zum anderen kommt ein Teil der Kolleginnen und Kollegen ebenfalls aus Konstanz, sodass sich eventuell auch Mitfahrgelegenheiten finden lassen.

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung für das Praxissemester unter http://www.praxissemester-bw.de oder für das Orientierungspraktikum unter http://www.orientierungspraktikum-bw.de !

 

Die Ausbildungslehrerinnen Sonja Pannach und Miriam Sauter

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Inhalte der Ausbildungssitzungen
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Das Schulpraxissemester am Nellenburg-Gymnasium. Eine Reflexion

Schuljahr 2017/2018

 

von Kevin Laule

Philosophie/Ethik, Politik-/Wirtschaftswissenschaft

Universität Konstanz (GymPO 2009)

»Nie ist das menschliche Gemüt heiterer gestimmt, als wenn es seine richtige Arbeit gefunden hat.«

- Alexander von Humboldt (1769-1859)

 

Warum will jemand Lehrer werden? Es gibt verschiedene Gründe, die einen dazu bewegen können: hehre pädagogische Ziele, die Freude an der Arbeit mit jungen Menschen, der Traum von der lebenslangen Verbeamtung oder die klare Vorstellung, »irgendwas mit Menschen zu machen« (die Liste ließe sich freilich verlängern). In meinem Fall waren es der Wunsch, einen Beruf auszuüben, der es ermöglicht, sich mit philosophischen Fragen zu befassen, und die vage Vermutung, für das Unterrichten nicht ganz untalentiert zu sein.

 

Rückblickend muss ich sagen: Es waren nicht die besten Gründe - aber auch nicht die schlechtesten. Es waren nicht die schlechtesten, weil ich glaube, dass Leidenschaft und Talent notwendige, wenn auch nicht hinreichende Voraussetzungen dafür sind, diesen Beruf anzustreben. Es waren jedoch keineswegs die besten Gründe. Denn das, was das Geschäft eines Lehrers im Kern ausmacht, bezog ich nur am Rande in meine Überlegungen ein: die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.

 

Vermutlich begann ich das Praxissemester am Nellenburg-Gymnasium (NBG) deshalb mit einem mulmigen Gefühl. Ich fragte mich: Wie wird das sein, vor einer Klasse zu stehen? Kann ich das überhaupt, mit jungen Menschen arbeiten? Diese Zweifel sollten sich während der 13 Wochen am NBG schnell verflüchtigen. Nach dem Praxissemester kann ich sagen: Ich habe den Beruf gefunden, den ich gerne ausüben möchte.

 

Das Praxissemester begann mit einer Kennenlern-Runde am ersten Schultag: Die beiden Ausbildungslehrerinnen, Frau Pannach und Frau Sauter, empfingen uns mit Kaffee und Brezeln. Zunächst klärten wir organisatorische Fragen, dann bekamen wir im Lehrerzimmer einen festen Platz zugewiesen. (Dies ist keine Selbstverständlichkeit; an vielen anderen Schulen haben die Praktikanten keinen eigenen Arbeitsplatz). Im Kollegium wurden wir gleich sehr herzlich aufgenommen. Es herrschte stets eine heitere, kollegiale und hilfsbereite Atmosphäre.

 

Während des gesamten Praxissemesters wurden wir ausgezeichnet betreut: Neben den beiden Ausbildungslehrerinnen bekam jeder einen eigenen, fachspezifischen Mentor zugeteilt, der uns bei der Planung unserer Unterrichtsversuche unterstützte. In den ersten beiden Wochen erhielten wir zunächst einen festen Hospitationsplan, der auch Fächer abdeckte, die wir nicht selbst unterrichteten. Ab Woche drei waren wir dazu angehalten, uns einen eigenen Stundenplan zu erstellen. Unterstützt wurden wir dabei durch die Ausbildungslehrerinnen und unsere Mentoren. Wir durften unsere Wochenpläne sehr flexibel gestalten und wurden stets dazu ermuntert, unsere Ideen in die Praxis umzusetzen und verschiedenste Methoden zu erproben. Auch bei der Erstellung, Beaufsichtigung und der Korrektur von Klassenarbeiten durften wir helfen sowie unsere Einschätzung für mündliche Noten äußern.

Darüber hinaus konnten wir an einer Vielzahl außerunterrichtlicher Aktivitäten teilnehmen und diese teilweise sogar initiieren und organisieren. Dazu zählten: Sportveranstaltungen, Museumsbesuche und ein Besuch im Stockacher Rathaus. Auch an Elternabenden, Dienstbesprechungen, Gesamtlehrerkonferenzen und Fachkonferenzen durften wir teilnehmen. Auf diese Weise lernten wir alle Facetten des Lehrerberufs kennen.

Unsere Unterrichtsversuche wurden von wöchentlichen Ausbildungssitzungen begleitet. Diese boten Gelegenheit, innezuhalten und eine reflexive Distanz zum Trubel des Schulalltages aufzubauen. In diesen Sitzungen sprachen wir hauptsächlich über didaktische und pädagogische Fragen. Die kleine Praktikantengruppe ermöglichte es, in die Tiefe zu gehen und einzelne Themen ausführlicher zu besprechen. Abgerundet wurden die Ausbildungssitzungen durch einen Besuch des Schulleiters und der Schulsozialarbeiterin. Beide gewährten uns wertvolle Einblicke in ihre Arbeit.

 

Welche Schlüsse ziehe ich aus meinen Erfahrungen im Praxissemester? Vor allem diesen: Letztlich zeigt eben doch erst die Praxis, ob der Beruf wirklich zu einem passt. Dies soll nicht heißen, dass man die Entscheidung für ein Lehramtsstudium kopflos treffen soll. Man soll sich unbedingt Klarheit darüber verschaffen, worin der Lehrerberuf besteht, vor allem aber auch, worin er nicht besteht (vormittags Unterricht, nachmittags Liegestuhl etc.). Auch soll man sich selbst und seine Eignung für den Beruf prüfen. Und idealerweise soll man all das tun, bevor man ein Lehramtsstudium aufnimmt. Diese Reflexion im Vorfeld ersetzt aber nicht die praktische Erfahrung. Denn bei aller Sorgfalt, die ich im Überlegen walten lasse, kann ich mich über den Beruf täuschen; ich kann mich auch über mich selbst, meine Talente und Neigungen täuschen. Ich kann feststellen, dass die Motive, die mich dazu bewogen, Lehrer werden zu wollen, ein ganzes Berufsleben nicht tragen. Ob Lehrer der Beruf ist, den ich ausüben möchte und ausüben kann, lässt sich somit nur schwer am grünen Tisch entscheiden. Ich muss es erfahren. »Probieren geht über studieren«, wie der Volksmund sagt.

 

Das Praxissemester bietet dazu eine hervorragende Gelegenheit und das Nellenburg-Gymnasium in Stockach ist hierfür der richtige Ort. Ich kann - und ich denke, ich spreche hier im Namen aller Praktikanten - nur das Beste über die Schule sagen: Das NBG ist eine hervorragende Ausbildungsschule. Einige Gründe habe ich oben genannt. Das Schulpraxissemester dient - so heißt es in einer Handreichung des Kultusministeriums - »der Berufsorientierung und Stärkung des Bezugs zur Schulpraxis bei den Studierenden für das gymnasiale Lehramt«. Diese beiden Ziele hat das Praxissemester am NBG übertroffen. Wir alle blicken auf 13 arbeitsreiche, aber intensive und überaus lehrreiche Wochen zurück, die uns darin bestärkt haben, den eingeschlagenen beruflichen Weg weiterzuverfolgen. Ich selbst habe den Beruf gefunden, den ich gerne ausüben möchte. Oder um es mit Humboldt zu sagen: »Nie ist das menschliche Gemüt heiterer gestimmt, als wenn es seine richtige Arbeit gefunden hat«. Dafür möchte ich dem Nellenburg-Gymnasium danken.


Schulpraxissemester 2014/2015 am Nellenburg-Gymnasium: Erfahrungsbericht

"Happy" - Sei es der Song oder einfach die übliche Bedeutung dieses Adjektivs. Beides beschreibt zweierlei ziemlich treffend:

Erstens die allgemeine Atmosphäre am Nellenburg-Gymnasium, die von Fröhlichkeit, Offenheit, Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit geprägt ist. Zweitens die Stimmung von uns acht PraktikantInnen während unserer dreizehn Wochen Schulpraxissemester, die nicht zuletzt aus ersterem resultieren dürfte. Wir haben uns an dieser Schule sofort sehr willkommen und deshalb von Beginn an wohl gefühlt!

Selbstverständlich erlebten wir Höhen und Tiefen, allerdings überwiegen die positiven Erfahrungen bei weitem. Woran liegt das?

Es gibt mehrere Gründe:

Zunächst wurde uns der Start ins Praxissemester durch ein Kennenlern-Treffen vor Schulbeginn erleichtert: Die beiden Ausbildungslehrerinnen empfingen uns mit Kaffee und süßen Stückle im schönen Lehrerzimmer, das über eine gemütliche Sofa- und Kaffeeecke verfügt. Wir bekamen sogar einen festen Platz für die kommenden Wochen zugewiesen (was nicht selbstverständlich ist, wie sich im Gespräch mit anderen PraktikantInnen herausstellte). Außerdem wurden allerlei organisatorische Fragen geklärt und nach der Schulführung, die uns einen Blick in die hellen Klassenzimmer und das eigene Schwimmbad ermöglichte, war klar: Der Schulbeginn konnte kommen und die Vorfreude war riesig!

Weiterhin wurden wir hervorragend betreut: Jeder bekam einen eigenen, fachspezifischen Mentor, der für die Zeit des Praxissemesters (neben den beiden Ausbildungslehrerinnen) ein zusätzlicher Hauptansprechpartner war. Die wöchentlichen Ausbildungssitzungen mit unseren Ausbildungslehrerinnen waren immer eine gute Plattform zum Austausch und zur Erarbeitung interessanterer Themen.

Im durchschnittlich recht jungen Kollegium herrschte insgesamt eine sehr freundliche, offene Atmosphäre und wir wurden mit offenen Armen aufgenommen. Da das Kollegium recht groß ist, konnten wir uns auf verschiedene LehrerInnen verteilen, sehr unterschiedliche Lehrertypen kennenlernen und dementsprechend vielfältige Erfahrungen machen.

Die meisten Lehrerinnen und Lehrer nahmen sich Zeit für die ausführliche Vor- und Nachbesprechung von eigenen Unterrichtsversuchen, sodass auch Feedback nicht zu kurz kam und der persönliche Lernzuwachs sehr groß ausfiel.

Besonders hervorgehoben werden muss die Selbstständigkeit, die uns zugestanden wurde. Wir konnten unsere Wochen sehr frei gestalten, durften unsere Ideen verwirklichen und sehr viel ausprobieren. Nach Absprache mit den betreffenden Lehrkräften konnten wir wählen, wann wir welche Stunde besuchen oder selbst gestalten wollten. Auch bei der Erstellung, Beaufsichtigung und der Korrektur von Klassenarbeiten durften wir helfen sowie unsere Einschätzung für mündliche Noten äußern.

Wir PraktikantInnen wurden allerdings nicht nur im Lehrerkollegium gut aufgenommen, sondern auch von den Schülerinnen und Schülern. Diese waren sehr geduldig mit unserer unbändigen Motivation, zahlreiche verschiedene Methoden endlich in der Unterrichtspraxis zu erproben. Das Schulpraxissemester erschöpfte sich aber mit Erreichen der vorgeschriebenen Anzahl an Hospitations- und eigenen Unterrichtsstunden noch lange nicht. Wir nahmen an einer Vielzahl außerunterrichtlicher Aktivitäten teil oder organisierten diese mit: Sportveranstaltungen, Theaterbesuche, Weihnachtsgottesdienst, Exkursion ins Museum oder auch ein Besuch beim Stockacher Bürgermeister. "Hinter den Kulissen", also ohne Schülerinnen und Schüler, nahmen wir an Dienstbesprechungen, GLK oder Fachkonferenzen teil.

Kurzum: Wir wurden ernst genommen und mit der Vielfältigkeit des Lehrberufs vertraut gemacht.

Letzten Endes kann jeder von uns auf dreizehn ausgefüllte und erfüllende Wochen Praxissemester zurückblicken und manch einer geht mit einem weinenden Auge zurück in die Theorie. Wir waren am Nellenburg-Gymnasium eindeutig "Happy" und können jedem raten: Der Weg nach Stockach lohnt sich!